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Themen der kostation

Pflanzen des Jahres 2006

In Deutschland werden von verschiedenen Natur- und Umweltschutzverbnden, -Institutionen und Kuratorien alljhrlich die Pflanzen des Jahres gewhlt. Hier finden Sie aktuelle Informationen und weiterfhrende Links zu den Pflanzen des Jahres 2006.

Der unten stehende Infotext gliedert sich in folgende inhaltliche Abschnitte:

Echter Thymian

Arzneipflanze des Jahres 2006

Der Echte Thymian

Das Kraut zhle zu den wertvollsten Pflanzen bei Erkltungskrankheiten, begrndet der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universitt Wrzburg seine Wahl.

Der Echter Thymian (Thymus vulgaris), ist ein Zwergstrauch aus der Familie der Lippenbltengewchse (Labiatae) von welcher es ber 300 verschiedene Arten in der ganzen Welt gibt.

Der Echte Thymian wchst im Garten auf trockenen und sonnenbeschienenen Standorten mit durchlssigen und mglichst kalkreichen Boden. Die Heimat des Thymians ist in den Mittelmeerlndern bis zum Kaukasus zu suchen. In Deutschland kommt er nur selten in wilder Form vor. Zu Verkaufszwecken angebaut wird er vor allem in Sdeuropa, Nord- und Ostafrika, Indien und Nordamerika.

Er ist ein zierlicher, aufrechter, kleiner Strauch, der zwischen 10 - 25 cm hoch wird. Seine Bltter sind elliptisch und 4 - 10 mm gro. Die kleinen Lippenblten sind rosa bis lilafarben. Die Frucht ist eine kleine Hartfrucht (Nsschen). Er blht von Mai bis Oktober.

Er ist vielseitig einsetzbar. Der Thymian trgt neben dem therischen l auch Gerb- und Bitterstoffe in sich. Er lindert nicht nur Erkltungsbeschwerden, er dient auch als Gewrz, Insektenabwehrmittel und Duftl. Der Thymian ist besonders als krampflsendes Hustenmittel sehr beliebt. Auszge von Thymian finden sich auch in vielen Kruter- oder Bitterlikren. Als Gewrz zu Fischgerichten der Sdeuropischen Kche darf der Thymian ebenfalls nicht fehlen

kostation-Info: Im Biogarten der kostation ist der Thymian in verschiedenen Arten im Heilkrutergarten, sowie in der, von der Gartengruppe selbst angelegten, Kruterspirale, vertreten. Die ehrenamtliche Gartengruppe trifft sich ab Mrz Dienstags von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr und Donnerstag von 15:00 Uhr bis zur Dmmerung bzw. im Sommer bis 20 Uhr.

Fotonachweis: Echter Thymian, Wikimedia Commons

Links zum Echten Thymian: Die Bio-Grtner; www.tee.org

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Zitronenmelisse

Heilpflanze des Jahres 2006

Die Zitronenmelisse

Gekrt wurde die Zitronenmelisse, die als eine der ltesten bekannten Heilkruter gilt, von einer Jury des Vereins NHV Theophrastus, der sich der natrlichen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, verschrieben hat.

Die Zitronenmelisse oder Melisse (Melissa officinalis) ist eine Staude aus der Familie der Lippenbltler. Im Deutschen kennt man auch die Bezeichnung Herztrost.

Die Melisse hat ihre Heimat in Sdeuropa. Bei uns kommt sie verwildert nur selten vor, oft trifft man sie dagegen bereits in der Sdschweiz an. In Deutschland wird die Melisse aber hufig kultiviert.

Der Name Melisse ist aus dem Griechischen und bedeutet "Biene", da sie bei Bienen als Futterpflanze sehr beliebt ist. Die Ausdauernde Staude wird bis zu einem Meter hoch und bentigt gut durchlssigen, feuchten Boden in der Sonne oder an absonnigen Standorten.

Die Anordnung der Bltter ist eifrmig und kreuzgegenstndig. Die Blten entfalten sich in den Blattachseln. In der Melisse ist therisches l, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Harz sowie Vitamin C enthalten. So findet die Melisse besonders in Form von Tee Verwendung. Fr Tee werden die frischen Bltter einfach mit heiem Wasser bergossen. Da die feinen Blatthrchen, die sich dabei manchmal lsen, mitunter als strend empfunden werden, empfiehlt es sich, den Tee zu filtern.

Die Melisse dient, wenn im Mrser zerrieben, ebenfalls als Gewrz und passt auch gut in jegliche Art von Duftkissen. Das therische l soll eine schmerzstillende und krampflsende Wirkung besitzen. Auch soll es hemmend auf Bakterien und Pilze wirken. Leider wird das Melissenl oft gestreckt angeboten, da zur Herstellung des ls eine enorme Menge der Pflanze bentigt wird. Wissenschaftlich anerkannt ist die heilende Wirkung von Melisse bei Unruhezustnden und Einschlafstrungen

kostation-Info: Im umfangreichen Heilkrutergarten der kostation der die Besucher immer wieder mit seinen therischen Kruteraromen begeistert, lassen sich auch verschiedene Melissenarten beschnuppern.

Fotonachweis: Zitronenmelisse, Wikimedia Commons

Links zur Zitronenmelisse: Die Heilpflanzen-Welt; www.satureja.de

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Wiesenschaumkraut

Blume des Jahres 2006

Das Wiesenschaumkraut

Das Wiesenschaumkraut wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefhrdeter Pflanzen zur Blume des Jahres 2006 ernannt. Obwohl die Feuchtwiesenart bundesweit verbreitet ist, will die Stiftung mit der Wahl auf die schleichende Gefhrdung des Wiesenschaumkrautes durch Entwsserungsmanahmen aufmerksam machen.

Das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) ist eine Art aus der Gattung der Schaumkruter und gehrt zu den Kreuzbltengewchsen (Brassicaceae). Es gibt zwei Unterarten, das Eigentliche Wiesenschaumkraut ( C. pratensis subsp. pratensis) und das Groe Wiesenschaumkraut (C. pratensis subsp. major).

Das Wiesenschaumkraut kommt von Europa bis hin zur arktischen Klimazonen in Nordasien und Nordamerika vor. Die Pflanze ist meistens in feuchten Rasen, Wiesen und Weiden zu sehen, aber auch in feuchten Wldern, an Ufern und an Flachmooren. Die Schaumflocken, in denen die Larven der Schaumzikade heranwachsen und die man an den Stngeln der Pflanze besonders hufig finden kann, haben der Art den Namen eingetragen.

Das Wiesenschaumkraut wird etwa 15 - 30 cm hoch und hat einen hohlen, runden Stngel. Es blht in der zeit von April bis Juni. Die 4 Kronbltter sind wei bis lila und etwa 1 - 1,5 cm lang. Die gefiederten Grundbltter bilden eine Rosette, aus deren Mitte der bebltterte Stngel hervorwchst. An den Grundblttern entstehen auch oft vegetativ neue Brutpflnzchen.

Die Blten des Wiesenschaumkrauts tragen sehr viel Nektar und werden somit durch eine Vielzahl von Insekten bestubt. Aus den Blten entwickeln sich 2 bis 4 cm lange Schoten. Diese springen bei Reife auf und verstreuen die einreihig angeordneten, eilnglichen Samen bis in 2,4 m Entfernung.

Wiesenschaumkraut enthlt als Inhaltsstoffe Senflglykoside, Bitterstoffe und Vitamin C und wird somit hufig in Form von Tee auch als Heilpflanze verwendet.

Fotonachweis: Wiesenschaumkraut, Wikimedia Commons

Links zum Wiesenschaumkraut: NABU; Stiftung Naturschtuz Hamburg; Natur-Lexikon

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Danziger Kantapfel

Streuobst des Jahres 2006

Der Danziger Kantapfel

Der Landesverband fr Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Wrttemberg (LOGL) hat den Danziger Kantapfel zur regionalen Streuobstsorte des Jahres 2006 gekrt.

Der Danziger Kantapfel gehrt zur Familie der Rosenpfel und war vor allem in Frankreich, Holland und Deutschland sehr verbreitet. Eine exakte Herkunft der alten, schon um 1790 beschriebenen Sorte ist leider nicht bekannt.

Er trgt eine Reihe von Regionalnamen: Schwbischer Rosenapfel, Beutlebener Rosenapfel, Rosenhger, Liebesapfel, Paradiesapfel, Kalvillartiger Winterrosenapfel, Roter Kardinal, Erdbeerapfel, Himbeerapfel, Calviner, Florentinerapfel, Lorenzapfel, Mainapfel, Roter Apolloapfel, Rabiner, Passamaner, Nikolausapfel und Tiefbutz

Sein Fruchtfleisch ist grnlichwei, locker, fein, saftig mit gutem, nicht sehr nachhaltig wirkendem Gewrz. Seine Pflckzeit liegt im September. Leider neigt er zu Kernhausfule. Mit einer Breite von 60 bis 70 Millimetern ist er mittelgro. E ist ein trb bis leuchtend roter, oft karmesinroter Apfel. Typisch sind die hellen, verschwommenen Schalenpunkte (Lentizellen) auf seiner fettglnzenden, duftenden Schale. Namensgeber war die Kantigkeit der Frucht, wobei eine Kante bisweilen besonders hervortritt.

Unverwechselbar macht den Danziger Kantapfel sein krftiger Wuchs mit groer kugelfrmig bis hochgewlbter Krone. Aufgrund seiner geringen Frostempfindlichkeit an Blte und Holz und als Sptblher eignet sich der Herbstapfel auch fr hhere Lagen.

Bei einem Teil der Konsumenten ist er wegen seiner schnen Farbe begehrt. Durch seine Anspruchslosigkeit bei gleichzeitig hohem Ertrag macht ihn trotz einer gewissen Schorfanflligkeit zu einem wertvollen Obstgehlz der heimischen Streuobstwiesen.

Fotonachweis: Danziger Kantapfel, Foto:Sven Teschke: Lizenz: CreativeCommons Lizenz by-sa-2.0-de, Die Originaldatei ist hier zu finden

Links zum Danziger Kantapfel: www.forums9.ch; NABU

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Rotkohl

Gemse des Jahres 2006

Der Kopfkohl

Der Kopfkohl knnte als eine Art deutsches Nationalgemse gelten und da liegt es auf der Hand, dass der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) den Kopfkohl, zum Gemse des Jahres 2006 ernannt hat.

Der Kopfkohl (Brassica oleracea) ist ein berbegriff fr diejenigen Kohlsorten, deren leicht wachsartige Bltter am kurz gestauchten Spross einen festen, runden Kopf bilden, also Weikohl - einschlielich der Sonderform Spitzkohl -, Rotkohl und der leicht krausblttrige Wirsing.

Botanisch gehrt Kohl zur Familie der Kreuzbltler, was an den typischen gelben Blten mit ihren vier kreuzfrmig angeordneten Bltenblttern erkennbar ist. Man muss jedoch etwas Geduld aufbringen, denn Kohl ist eine zweijhrige Art. Im ersten Jahr werden nur Spross und Bltter ausgebildet, der Bltenstand erscheint erst im zweiten Jahr.

Alle Formen der europischen Gartenkohle entstammen der Wildform, die an den Ksten der Mittelmeerlnder, der Kanarischen Inseln sowie der europischen Atlantikkste zuhause ist. Der Hauptspross des Kopfkohls ist stark gestaucht und die glatten, etwas wachsartigen Bltter bilden feste Kpfe. Die Bltter variieren von dunkel- oder hellgrn, ber blaugrn bis hin zu wei oder rot. Sie sind bei den verschiedenen Arten entweder glatt oder gekruselt.

Neben Vitamin C haben die Kopfkohlarten einige weitere wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamin A, Proteine, pflanzliche Fette, Harze, Spurenelemente, Kalium, Kaliumnitrat, Kaliumsulfat, Eisen, Magnesiumoxyd und Schwefel. Der Kopfkohl wchst in sonnigen bis halbschattigen Pltzen mit schweren, tiefgrndigen, nhrstoffreichen und humosen Boden, am besten bei 15 - 20 C.

Die Kopfkohlsorten gehrten in Deutschland frher zu einem der meist verzehrten nahrungsmittel. Heute ist es um die Sortenvielfalt nicht mehr allzu gut bestellt. In den letzten Jahren ist das Anbauspektrum immer kleiner geworden, viele Sorten sind fr die Weiterverarbeitung im Industriemastab einfach unterlegen.

kostation-Info: Im Gemsebeet innerhalb des Biogartens der kostation wird neben Mhren, Zwiebeln und anderem Gemse auch immer wieder Kohl angebaut.

Fotonachweis: Rotkohl, Bock D.

Links zum Kopfkohl: Das Gartenatelier; Was-wir-essen; NABU

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Breitblttrige Stendelwurz

Orchidee des Jahres 2006

Die Breitblttrige Stendelwurz

Die Arbeitskreise Heimischer Orchideen (AHO) wollen mit der Wahl der Breitblttrigen Stendelwurz zur "Orchidee des Jahres", darauf hinweisen, dass wegen Verschlechterungen der Lebensrume selbst recht hufige Arten inzwischen lokal zurckgehen.

Die Breitblttrige Stendelwurz (Epipactis helleborine), auch Breitblttrige Sumpfwurz genannt, gehrt zur Gattung der Stendelwurzen (Epipactis) in der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Die Pflanze wird zwischen 20 - 100 cm gro. Am unteren Ende des Stngels sitzen die ovalen 4 - 10 cm breiten Stngelbltter. Sie beginnt Ende Mai auszutreiben und blht zwischen Ende Juli und Ende August. Die spron- und duftlosen Blten sind purpurrot, vielfach aber auch blass oder grn und stehen in einseitswendigen Trauben.

Sie ist noch ziemlich verbreitet in kraut- und nhrstoffreichen Wldern. Die Unterschiedlichkeit der Lebensrume spiegelt sich in der Ausprgung der Pflanzen wieder: Sie ist eine beraus vielfltige Art, die vom Aussehen her groe Unterschiede aufweist. Neben den krftigen, breitblttrigen und dunkelgrnen Pflanzen in Wldern, auf Waldlichtungen und an Waldwegrndern gibt es Wrme liebende Arten, die lichte Wlder und trockene Waldrnder und angrenzende Trockenrasen besiedeln.

Die Pflanze gehrt zu den wenigen Orchideenarten die sich in der modernen Kulturlandschaft behaupten und - beispielsweise durch den beim Waldwegbau eingebrachten Schotter - auf den Banketten sogar begnstigt werden. Trotzdem ist die Breitblttrige Stendelwurz eine in der Bundesrepublik geschtzte Art. Als "gefhrdet" werden die Bestnde in Sachsen eingestuft und auch in der norddeutschen Tiefebene und in Schleswig-Holstein sind Rckgnge in den Bestnden erkennbar. In den waldreichen Mittelgebirgen und im Sden Deutschlands dagegen sind die Bestnde stabil und nicht gefhrdet.

Fotonachweis: Breitblttrige Stendelwurz, Wikimedia Commons

Links zur Breitblttrigen Stendelwurz: Kalender des Orchideen Forums; www.orchids.de; Fachhochschule Friedberg

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Phlox / Feuerblume

Staude des Jahres 2006

Der Phlox

Mit dem auch als Flammenblume bekannten Phlox hat der Bund deutscher Staudengrtner (BdS) eine klassische Bauerngartenblume zur Staude des Jahres 2006 gewhlt.

Der Phlox, bei uns auch bekannt als Flammenblume, ist eine Gattung aus der Familie der Sperrkrutergewchse (Polemoniaceae).

Wahrscheinlich wegen der leuchtend roten Bltenbschel ihrer Wildart hat der "Phlox" (altgriech. Flamme) seinen Namen erhalten. Er stammt aus den dnn bewaldeten Niederungen des Ohio-Flusses in Nordamerika und hat sich von dort aus mittlerweile ber die ganze Welt verbreitet, und es gibt weit ber tausend Zchtungen.

Der Phlox blht zwischen Juni und September im Halbschatten und ist empfindlich gegen zu viel Wrme. Er bevorzugt tiefgrndigen, nahrhaften Boden, der mit Humus angereichert ist. An die Wurzel sollte man keinen Kompost geben sondern nur im oberen Bereich. Bei zu langer Trockenheit sollte man ihn gut gieen und regelmiges Mulchen frdert zudem das Wachstum. Leider gibt es auch einige Schwchen bei Winterhrte, Wchsigkeit oder Krankheitsanflligkeit.

Fast keine andere Staude weist eine derartige Vielfalt auf wie der Phlox paniculata, er gehrt zu den schnsten und aufflligsten Stauden des Sommergartens. Es gibt frhe, mittlere oder spt blhende Formen, Farben in vielen Wei-, Rosa-, Lila-, Karmin- oder Lachstnen, in ein- oder zweifarbigen Blten. Besonders in den Abendstunden geben die Blten einiger Sorten einen angenehmen Duft ab. Wer abends gerne im garten sitzt, sollte duftenden Phlox in die Nhe des Sitzplatzes pflanzen.

Fotonachweis: Phlox, Plantanswers

Links zum Phlox:Staudengrtnerei Gaissmayer; www.haus.de; www.heimwerker.de

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Caperatflechte

Flechte des Jahres 2006

Die Caperatflechte

Die Bryologisch-lichenologischen Arbeitsgemeinschaft fr Mitteleuropa (BLAM) hat die Caperatflechte, auf Grund ihrer Eignung als Bioindikator fr Immissionen, zur Flechte des Jahres 2006 gekrt.

Die Caperatflechte (Flavoparmelia caperata (L.) Hale) ist eine leicht erkennbare Blattflechte. Wohl aufgrund ihrer runzligen Oberflche erhielt sie von Carl von Linn ihren Namen.

Die Borke von Laubbumen ist ihr bevorzugtes Siedlungsgebiet. Sie kann aber auch an Moosberzogenen Felsblcken gesehen werden. Die grn-gelblich Flechte bildet bis zu 13cm breite, unregelmige Rosetten, die aus abgerundeten, am Rand manchmal eingekerbten, 1 cm groen Lappen bestehen. Mit den schwarzen Haftfasern an ihrer Unterseite hlt sie sich an der Unterlage fest, am Rand ist sie kastanienbraun.

Die Caperatflechte ist eine auffllige Art, die erst seit rund zehn Jahren wieder hufiger an Bumen in den deutschen Ballungszentren vorkommt. Der Grund dafr ist die Entschwefelung der Kraftwerke und die Umstellung auf schwefelarme Brennstoffe, ein anderer die enorme Ausbreitungsfhigkeit dieser Art.

Alle Flechten sind wechselfeuchte Organismen ohne oberflchliche Schutzschicht, aus diesem Grund knnen sie Luftschadstoffe nicht ausschlieen, sondern mssen diese mit dem Niederschlag aufnehmen. Sie sind eine Symbiose (das Zusammenleben zweier Arten zum beidseitigen Nutzen) aus Algen und Pilzen, die sich teils gegenseitig ernhren. Diese Symbiose reagiert empfindlich auf Sure- oder Nhrstoffeintrag. Als Bioindikator fr Immissionen ist sie dadurch und wegen ihrem hohen Ausbreitungspotential ideal geeignet.

Fotonachweis: Caperatflechte, Brackel

Links zur Caperatflechte: www.biologie-student.de; NABU

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Schwarzpapel

Baum des Jahres 2006

Die Schwarzpappel

Die ehemalige Charakterart der Flussauen ist so selten geworden, dass sie auf der Roten Liste bedrohter Pflanzenarten steht, begrndete das Kuratorium Baum des Jahres die Wahl. Vor allem die Rodung von Flussauen und die Absenkung des Grundwassers zerstren den Lebensraum dieses imposanten Baumes.

Die Schwarzpappel (Populus nigra), auch Saarbaum oder Saarbuche genannt, ist eine Laubbaumart aus der Gattung der Pappeln in der Familie der Weidengewchse (Salicaceae). Es gibt zwei unterarten, die echte Schwarzpappel (Populus nigra ssp. nigra) und die Birkenblttrige Schwarzpappel (Populus nigra ssp. betulifolia).

Die Schwarzpappel wchst als Flussbegleiter in den gemigten Klimabereichen weiter Teile Europa mit Ausnahme von Skandinavien, Schottland, Irland und Nordrussland. Sie ist in greren Bestnden an den groen europischen Flssen Loire, Rhne, Po, Donau, Elbe, Rhein und Weichsel beheimatet. Leider ist sie als reine Art nur noch vereinzelt in den Fluauen anzutreffen, da sie von Pappel-Hybriden verdrngt werden.

Die Bume werden 20 - 30 m hoch und 100 - 200 Jahre alt. Aber da Schwarzpappeln sehr schnellwchsig sind wirken sie schon mit 60 - 80 Jahren wie eindrucksvolle Veteranen. Fr 8 heimische Nachtschwrmer ist die Schwarzpappel fr die Larvenentwicklung sehr wichtig (z.B. Pappelschwrmer). Aus den Knospen der Schwarzpappel werden heute noch Salben angefertigt die als schmerzstillender Balsam wirken. Ihr Holz ist wegen der glatten Oberflche auch bei Skulpturenschnitzern sehr beliebt.

Die Schwarzpappel ist momentan in Deutschland mit geschtzten 2500 - 3000 Exemplaren noch als gefhrdet eingestuft, aber gerade auch die Bedrohung der Flussauen, dem bevorzugtem Lebensraum des Baumes, birgt eine groe Gefahr fr den Fortbestand der Schwarzpappel.

Fotonachweis: Schwarzpappel, Projekt SEBA

Links zur Schwarzpappel: Das Bioblatt; www.langusch.de; www.rk26.de

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stiger Stachelbart

Pilz des Jahres 2006

Der stige Stachelbart

Die Deutsche Gesellschaft fr Mykologie (DGfM) hat den stigen Stachelbart zum Pilz des Jahres 2006 gewhlt, um auf eine seltene und gefhrdete Pilzart hinzuweisen, deren Lebensraum alte Buchenwlder geschtzt werden sollte.

Der stige Stachelbart (Hericium coralloides) gehrt zu der relativ kleinen Gruppe der Stachelbrte.

Der stige Stachelbart wirkt bizarr geformt wie eine Koralle und strahlend wei. Er ist anfangs wei- bis cremefarben, spter brunlich gefrbt, stark verstelt und verzweigt und auerdem mit vielen 8 -10 mm langen Stacheln berzogen, die wie kleine Eiszapfen meist nach unten hngen.

Er ist schmeckt hchstens jung, spter ist er sehr hart und ungeniebar. Normalerweise sitzen sie auf vermodernden Baumstmmen. Er erreicht oft einen Durchmesser von mehr als 20 cm und verzweigt sich in immer kleinere stchen die seine Sporen tragen. Er wird als eine der schnsten Pilzarten angesehen.

Er ist vor allem in der Nordhemisphre verbreitet und bei uns meist in Buchenwldern anzutreffen. Durch den starken Rckgang im bestand der alten Buchen wird auch sein Lebensraum zunehmend eingeengt. Er wird auch als Gtezeichen naturnaher Wlder angesehen. Er wchst nur auf totem Holz und fgt lebenden Bumen somit keinen schaden zu sondern hilft sogar den organischen Abfall zu beseitigen und schafft so neue Lebensrume fr Insekten. Der stige Stachelbart gilt bei uns schon als stark gefhrdet.

Fotonachweis: stiger Stachelbart, Frank Moser

Links zum stigen Stachelbart: Deutsche Gesellschaft fr Mykologie ; Das Natur-Lexikon; www.wetteraukreis.de

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Quellmoos

Moos des Jahres 2006

Das Quellmoos

Die Bryologisch-lichenologischen Arbeitsgemeinschaft fr Mitteleuropa (BLAM) hat das Quellmoos zum Moos des Jahres 2006 gekrt. Gerade seine besondere Nutzbarkeit zur Bestimmung der Wassergte gab bei der Wahl den Ausschlag.

Das gemeine Quellmoos (Fontinalis antipyretica) gehrt in die Gattung der unter Wasser lebenden Laubmoose.

Den Namen bekam das Quellmoos von dem berhmten Naturwissenschaftler Carl von Linn. Fontinalis (lat. fons = Quelle) bezieht sich auf das Vorkommen in Quellbchen und antipyreticus heit feuerabweisend (anti = gegen; pyro = Feuer). Linn beobachtete bei Familien in Schweden wie sie das mit Wasser getrnkte Moos um die Feuerstelle legten und somit den Funkenflug und damit verbundener Brandgefahr entgegenwirkten.

Es siedelt sich in sauberen, nhrstoffreichen Bchen und Seen an, besonders an unbeschatteten, dauerhaft schttenden Weichwassersickerquellen in bewirtschafteten Weiden. Die Bltter des Quellmooses stehen auffllig in drei Reihen und sind kielig gefaltet. Es kann in einer wassertiefe von bis zu 18 Metern wachsen und bildet etwa 35 cm lange Bschel aus.

Da Moos das Wasser und die darin enthaltenen Nhrstoffe ber die ganze Oberflche aufnimmt, wird Quellmoos auch seit lngerem als Ma der Wassergte herangezogen. Wegen der starken Wasserverschmutzung in den 70er Jahren waren Wassermoose in den Bchen und Flssen teilweise vllig verschwunden. Nur wenige Ableger des Quellmooses knnen in dreckigeren Gewssern (z.B. Rhein) berleben. Erst seit dem verstrkten Bau von Klranlagen zieht das Quellmoos wieder bis hinab in die Flsse.

Fotonachweis: Quellmoos, Wikimedia Commons

Links zum Quellmoos:Landesanstalt fr kologie, Bodenordnung und Forsten NRW; Gartentechnik