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Themen der Ökostation

Tiere des Jahres 2006

Der Biogarten der Ökostation bietet als artenreiche Blumen- und Blütenoase im Seeparkgelände vielen Insekten, Spinnen und anderen kleinen Tieren einen Teil ihres Lebensraumes. Im Bereich des Schmetterlingsgartens legen viele Falter ihre Eier an den Stauden, den Wildkräutern und Legominosen ab. Die vielfältige Blütenpracht von Frühjahr bis Herbst lockt bei schönem Wetter viele Schmetterlinge an die Blütentankstelln. Auch der der Schmetterling des Jahres 2006, der Schwalbenschwanz, ist regemäßiger Gast im Schmetterlingsgarten und klebt seine Einzeleier gerne an den großen Fenchelstauden fest. Neben diesem großen Ritterfalter sind auch andere Tiere des Jahres 2006 wie der Siebenpunkt-Marienkäfer und die veränderliche Krabbenspinne regelmäßig im Biogarten zu beobachten. Neben "unseren" Tieren des Jahres 2006 haben wir hier eine kurze Übersicht zu den weiteren Tieren des Jahres zusammengestellt die in Deutschland von verschiedenen Natur- und Umweltschutzverbänden und -Institutionen benannt werden.

Der unten stehende Infotext gliedert sich in folgende inhaltliche Abschnitte:

Kleiber

Der Vogel des Jahres 2006

Der Kleiber

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben den Kleiber zum „Vogel des Jahres 2006” gekürt. Die Wahl des Kleibers soll ein Plädoyer für den Schutz von Buchen- und Eichenwäldern sein. Er stehe stellvertretend für einen Lebensraum in Deutschland und Mitteleuropa, der ebenso unverzichtbar für viele andere Vögel wie Spechte, Meisen oder Greifvögel sei.

Der Kleiber (Sitta europaea) ist eine Vogelart aus der Familie der Kleiber.

Er ist etwa 15 cm groß, der Körper ist gedrungen mit kurzem Hals und sehr kurzem Schwanz. Der Schnabel ist sehr kräftig. Die Oberseite ist blaugrau und die Unterseite ockerfarbig bis rostrot gefärbt. Er trägt einen auffälligen schwarzen Augenstreif.

Der Kleiber hat in Europa viele Unterarten. der heimische Kleiber bewohnt größere Bäume in Laubmischwäldern, Parks und Gärten. Weltweit gibt es ca. 1 Million Brutpaare, etwa 8 % des weltweiten Bestandes sind in Deutschland beheimatet. Der Kleiber klettert an den Bäumen sowohl auf- als auch abwärts mit dem Kopf nach unten ohne dabei den Schwanz als Stütze zu benötigen. Er ist der einzige Vogel der dieses Kunststück vollbringt. Der Kleiber gelangt somit besser an die Raupen und Insekten die sich unter der nach oben stehenden Rinde verbergen. Im Herbst kommen Samen, Beeren und Nüsse zu seiner Nahrung dazu. Der Kleiber legt auch Futtervorräte an.

Den Eingang seiner Bruthöhle, meist die eines Spechtes oder ein Nistkasten, passt er seinen Körpermaßen an, indem er die Ränder mit Lehm verklebt. Auf diese Weise hält er größere Bruthöhlen-Konkurrenten und Fressfeinde, wie Marder oder Krähen, fern. Von dieser Methode hat der Kleiber auch seinen Namen (Kleiber = Kleber). Vor der Eiablage werden die Bruthöhlen mit Rindenstückchen, Haaren, Gras und Federn weich ausgekleidet. Das Weibchen legt sechs bis acht milchig weiße Eier mit rostroten Flecken, die es 15 bis 16 Tage bebrütet. Von Januar bis ins Frühjahr grenzen die Männchen ihr Revier mit ihrem Ruf, einem ausdauernden wi-wi-wi, ab. Das Höchstalter beträgt neun Jahre (Nachweis durch Ringfunde). Der Kleiber ist eine besonders geschützte Art.

Ökostation-Info: Der Kleiber ist gelegentlich auch in den Parkbäumen im des ehemaligen Landesgartenschau Geländes rund um den Flückiger See unterwegs. Er ist zwar nur selten zu sehen, aber an seinem markanten Ruf eindeutig zu erkennen. Mit etwas Glück kann er bei der Vogelstimmenwanderung "birds & breakfast" am 2.4.2006 bestimmt werden.

Fotonachweis: Kleiber, M. Delpho

Links zum Kleiber:

Das Naturlexikon; Die Tierenzyklopädie; Wikipedia

Siebenpunkt-Marienkäfer

Insekt des Jahres 2006

Der Siebenpunkt-Marienkäfer

Das Insekt des Jahres wird seit dem Jahr 1999 jährlich durch das Kuratorium "Insekt des Jahres" des Deutschen Entomologischen Institutes und der Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig ausgerufen. Die Auswahl des Insekts des Jahres erfolgt nach der Gefährdung der Art oder ihres Lebensraumes durch den Menschen. Wichtig ist dabei auch die Wirkung von Insekten auf viele Menschen, aus diesem Grund werden meist sehr auffällige oder interessante Arten gewählt. Damit wird auch für den zoologischen Laien die Wiedererkennung gewährleistet.

Die Marienkäfer (Coccinellidae) bilden eine weltweit verbreitete Familie halbkugeliger, flugfähiger Käfer. Der Siebenpunkt (Coccinella septempunctata) ist der in Deutschland bekannteste Marienkäfer.

Er ist über Europa, Nordamerika, Asien und Nordafrika verbreitet und besiedelt unter anderem Parks, Gärten, Wälder und Wiesen. Er ist etwa 5,5 - 8 mm groß und hat wie sein Name schon sagt, sieben sehr auffällige schwarze Punkte auf den roten Flügeldecken. Er wird in unseren Breiten etwa ein Jahr alt.

Marienkäfer und ihre Larven vertilgen Blattläuse, bei genügend großem Angebot bis zu 50 Stück pro Tag und mehrere Tausende während ihres gesamten Lebens. Das Marienkäfer-Weibchen legt im Frühjahr bis zu 400 Eier an Pflanzen ab. Die nach etwa 7 Tagen schlüpfenden Larven entwickeln sich innerhalb von 30-60 Tagen zum ausgewachsenen Käfer. Bei Gefahr stellen sich diese Tiere tot. Wenn die Gefahr als lebensbedrohlich eingestuft wird sondern sie eine gelbe, stinkende Flüssigkeit ab. Diese hält vor allem Ameisen ab. Aber auch ihre Warnfärbung gibt möglichen Feinden zu verstehen, dass sie nicht besonders gut schmecken.

Der Marienkäfer gilt als Glückssymbol. Deshalb ist er ein beliebtes Motiv auf Glückwunschkarten

Ökostation-Info: der Siebenpunkt ist regelmäßig im Biogarten der Ökostation zu beobachten. Insbesondere seine Larven sind bei unserem Gärtner und seinem Gartenteam sehr beliebt, da sie die Blattläuse an den Rosen und an anderen Pflanzen zum Fressen gerne haben. Am So 25.6.2006 bietet die Ökostation für Familien mit Kindern einen Nachmittag zum Natur entdecken im Biogarten an. Im Mittelpunkt stehen die Tiere und Planzen des Jahres 2006.

Fotonachweis: Siebenpuntk-Marienkäfer, Wikimedia Commons

Links zum Siebenpunkt-Marienkäfer:

Die Insektenbox; www.wissenschaft.de; www.rutkies.de

Schwalbenschwanz

Schmetterling des Jahres 2006

Der Schwalbenschwanz

Die Naturschutzstiftung des BUND Nordrhein-Westfalen hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen den Schwalbenschwanz zum „Schmetterling des Jahres 2006“ gekürt. Der Anlass für die Wahl ist erfreulich: Der Bestand des Schwalbenschwanzes hat sich nach einem Tief in den 70er und 80er Jahren leicht erholt. Inzwischen gilt der Falter nicht mehr als gefährdet sicherlich auch dank der Entwicklung, dass der Einsatzes von Umweltgiften in Gärten und auf öffentlichen Flächen rückläufig ist.

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist ein Schmetterling aus der Familie der Ritterfalter (Papilionidae).

Der Schwalbenschwanz ist in Europa als auch in Afrika, Asien und Nordamerika zu finden. In Deutschland ist er der größte und auffälligste Schmetterling. Er hat eine gelbe Grundfarbe mit schwarzen Binden und flecken und seine Hinterflügel durchzieht ein blaues Band mit einem rötlichen Fleck. Der Schwalbenschwanz wird etwa 4,5 cm lang und hat eine Spannweite bis zu 8 cm. Durch seine Größe ist er auch ein schneller Flieger und ist somit schwer zu fotografieren.

Schwalbenschwanz Raupe

Meist lebt er in zwei bis drei Generationen (1. April bis Juli; 2. Juli und August; 3. im September) in Grünlandbeständen. Die Falter legen ihre Eier an Doldenblütlern (Dill, Fenchel, Rotklee etc.) ab, gelegentlich auch an Möhren in Gemüsegärten. Die Larven der letzten Generation überwintert. Leider werden die auffälligen Raupen dann oft als "Schädlinge" getötet, was bei dieser geschützten Art einen Gesetzesverstoß darstellt. Da die Eier einzeln abgelegt werden, treten die Raupen nie in Massen auf. Wie alle Ritterfalter besitzt der Schwalbenschwanz eine stinkende, Orangegefärbte Nackengabel die er bei Gefahr ausstülpen kann um feinde abzuschrecken. Die Falter fliegen zur Paarung gerne auf unbewaldeter Hügelkuppen hinauf ("hill-topping-Verhalten"), wo sie in großer Anzahl beobachtet werden können. Beim Anflug auf den Hügel sind sie meist sehr schnell und zielstrebig unterwegs. Dieses Paarungsverhalten wird oft mit einer Wanderung verwechselt.

Dieser Ritterfalter ist nicht vom Aussterben bedroht, gilt aber als gefährdet, da seine Raupen Spezialisten sind und nur an genz ausgewählten Pflanzen wie z.B. wilder Möhre und Dill fressen können. Durch das häufige Mähen von Wildblumenwiesen werden zudem viele Raupen und Eier reduziert.

Ökostation-Info: im Schmetterlingsgarten der Ökostation ist der Schwalbenschwanz in jedem Jahr zu beobachten. An den großen Fenchelstauden legt er regelmäßig seine einzelnen Eier ab. Die mächtigen Raupen sind im Sommer ein faszinierender Anblick. Am So 25.6.2006 bietet die Ökostation für Familien mit Kindern einen Nachmittag zum Natur entdecken im Biogarten an. Im Mittelpunkt stehen die Tiere und Planzen des Jahres 2006.

Fotonachweis: Schwalbenschwanz, proECO; Raupe, Wikimedia Commons

Links zum Schwalbenschwanz:

Abenteuer Schmetterling; Eurobutterflies; www.heise.de

Veränderliche Krabbenspinne

Spinne des Jahres 2006

Die veränderliche Krabbenspinne

Die Auszeichnung als „Spinne des Jahres 2006“ soll auch dazu beitragen, das ihre Verbreitung genauer zu bestimmen. Die Arachnologische Gesellschaft ist sehr an Funden mit Bildnachweis interessiert und bittet um Mithilfe, damit die bisherigen Verbreitungskarten aktualisiert und vervollständigt werden können.

Bei der Veränderlichen Krabbenspinne (Misumena vatia) sind die Weibchen mehr als doppelt so groß wie die Männchen (Sexualdimorphismus).

Während das Männchen nur bis zu 4 mm groß wird kann das Weibchen bis zu 10 mm anwachsen. Auch die Färbung ist unterschiedlich. Das Männchen ist braun gefärbt mit braun-weiß gestreiften Hinterleib. Den Farbwechsel beherrschen nur die Weibchen das Weibchen. Weiß, Gelb und Grün stehen als Farben zur Auswahl. Der Farbwechsel geschieht durch die Verlagerung von Farbstoffen aus der Oberhaut (Epidermis) in das Körperinnere und umgekehrt. Das Weibchen nimmt die Färbung der Blüte auf der sie lauert an, sodass sie für anfliegenden Insekten praktisch unsichtbar ist.

Wie alle Krabbenspinnen baut sie kein Netz sondern lauert in Blüten auf ihre Opfer zu denen Schwebfliegen, Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge, kleine Käfer und sogar Hornissen gehören. Sie packt ihre Beute mit den beiden kräftigen vorderen Beinpaaren, injiziert ihr Gift mit einem Biß und saugt die gelähmten Beutetiere aus. Durch diese langen vorderen Beinpaare kann sie ihr Opfer auch weit genug von sich entfernt halten um nicht selbst von wehrhaften Beutetieren gestochen zu werden.

Doch sie hält nicht nur Tiere zum Narren, auch die Wissenschaftler hat sie lange getäuscht. Mehr als zwanzig verschiedene Namen gaben ihr die Experten im laufe der Jahre auf Grund der unterschiedlichen Färbung, bis moderne Analysemethoden zeigten, dass es sich um eine einzige Art handelt. Sie trägt nun den Namen Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia).

Bei der Paarung kann es, wie bei vielen Spinnenarten, für das Männchen gefährlich werden und es muss aufpassen nicht selbst verspeist zu werden. Dabei klettert das Männchen zunächst auf den Rücken des Weibchens, muss aber dann zur Begattung auf die Bauchseite gelangen.

Die Veränderliche Krabbenspinne ist in ganz Europa oft auf Trockenrasen und sonnigen Waldrändern zu sehen. man kann sie meist nur entdecken, weil ein ausgesaugtes Beutetier leblos von einer Blüte herunterhängt. Viele Exemplare wechseln ihr ganzes leben nicht ihre Pflanze. Das krabbenähnliche Aussehen dieser Spinnengruppe kommt durch die stark verlängerten vorderen Beinpaare zustande. Wie Krabben können sie auch seit- und rückwärts laufen.

Ökostations-Info: Die veränderliche Krabbenspinne ist regelmäßig auf verschiedenen Blütenpflanzen im Biogarten anzutreffen. Am So 25.6.2006 bietet die Ökostation für Familien mit Kindern einen Nachmittag zum Natur entdecken im Biogarten an. Im Mittelpunkt stehen die Tiere und Planzen des Jahres 2006.

Fotonachweis: Veränderliche Krabbenspinne, Heidi Walsh

Links zur veränderlichen Krabbenspinne:

Wikipedia; Arachnologische Gesellschaft e.V.

Gemeine Flussmuschel

Weichtier des Jahres 2006

Die gemeine Flussmuschel

Vor einigen Jahrzehnten war die gemeine Flussmuschel noch eine der am häufigsten vertretenen heimischen Arten der Fließgewässermuscheln. Doch durch die ansteigende Gewässerverunreinigung ist der Bestand dramatisch gesunken und in manchen Gegenden sind bereits keine Exemplare mehr anzutreffen. deshalb zählt die gemeine Flussmuschel auch zu den besonders gefährdeten Tierarten. In ganz Deutschland steht die gemeine Flussmuschel auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Das Kuratorium „Weichtier des Jahres“ versucht mit der Ernennung mehr Aufmerksamkeit für diese Art zu erreichen.

Die gemeine Flussmuschel (Unio crassus) ist eine Art aus der Familie der Flussmuscheln (Unionoida).

Sie wird 40 bis maximal 110 mm lang und erreicht normalerweise ein Alter von 15 bis 35 Jahren, kann aber auch in kälteren Gewässern bis zu 90 Jahre alt werden. Die Gemeine Flussmuschel lebt in Flüssen und Bächen mit klarem, schnell fließendem Wasser über kiesigem und sandigem Substrat. Die gemeine Flussmuschel tritt in Mittel- und Nordeuropa bis hin zum Schwarzen Meer und in das gebiet des Irans auf.

Die Form der Schale der gemeinen Flussmuschel ist elliptisch. Ihre Klappen sind fast doppelt so lang wie hoch und dickschalig. Vorder- und Hinterende sind nahezu gleich gerundet. Die Färbung des Äußeren ist meist dunkelbraun, kann aber auch hellbraun oder grünlich erscheinen. Als Filtrierer nimmt die gemeine Flussmuschel Schwebe- und Sinkstoffe, deren Hauptanteil abgestorbene Mikroorganismen sind, als Nahrung zu sich.

Die Fortpflanzung ist bei dieser Art ein komplizierter Vorgang. Zur Befruchtung der Eier nehmen die Weibchen im Frühjahr die Spermien des Männchens mit dem Atemwasser ein. In den Kiemen des Weibchens entwickeln sich dann die Muschellarven. Das Weibchen stößt die Larven dann einzeln oder in größeren Gruppen ins Wasser ab. Innerhalb einer Fortpflanzungsperiode kann ein Weibchen zwischen 1.000 und 56.000 Larven hervorbringen.

Fotonachweis: Gemeine Flussmuschel, M. Colling

Links zur gemeinen Flussmuschel:

Bogon Naturfotos; www.bayern.de

Groppe

Fisch des Jahres 2006

Die Groppe

Der Verband Deutscher Sportfischer und das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) wählten mit der Groppe erstmals für beide Länder die gleiche Art zum Fisch des Jahres. In weiten Teilen Deutschlands wie in Österreich zählt die Koppe zu den bedrohten Tierarten und sie gehört zu den Tier- und Pflanzenarten, die von gemeinschaftlichem Interesse sind und für deren Erhalt besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Die Groppe (Cottus gobio), auch Kaulkopf, Westgroppe, Koppe oder Mühlkoppe genannt, ist ein kleiner, auch in Deutschland vorkommender Süßwasserfisch.

Sie ist ein nachtaktiver Grundfisch mit spindelartigem Körper, einem großen, breiten Kopf, glatter, schuppenloser Haut und zurückgebildeter Schwimmblase. Die Groppe wird etwa 12 bis 16 Zentimeter lang. Der Lebensraum der Groppe ist die Forellen- und Äschenregion von Fließgewässern und sommerkühle Seen wie der Bodensee. Sie stellt große Ansprüche an die Wasserqualität und benötigt eine hohe Sauerstoffkonzentration, eher niedrige Wassertemperaturen und hält sich meist am steinigen Grund auf, wo sie auch ihre Beute wie zum Beispiel Bodentiere, Insektenlarven und Bachflokrebse findet.

Da sie eine schlechte Schwimmerin ist bewegt sich die Groppe mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Boden, In Ruhestellung ist sie auf steinigem Untergrund durch ihre Tarnung nahezu unsichtbar und tagsüber hält sie sich zwischen Steinen und Pflanzen versteckt. Die Groppe benötigt zum Laichen groben, leicht durchfluteten Kies mit Hohlräumen in die das Männchen keine Grube baut, in welche das Weibchen seine Eier ablegt. Das Männchen bewacht das Nest bis die Jungfische nach vier bis fünf Wochen schlüpfen.

Die Groppe ist stark gefährdet durch Gewässerverunreinigung und Verbauung. Diese Belastungen in Gewässern führen nicht unbedingt zum Absterben einer Groppenpopulation, bewirken aber das Abwandern der Groppen. Ein Zurückwandern ist dann meist durch vorhandene Querbauwerke unmöglich.

Fotonachweis: Groppe, Herbert Frei, Pforzheim

Links zur Groppe:

Welt am Wasser; www.pivi.de

Seehund

(Wild-) Tier des Jahres 2006

Der Seehund

Der Seehundbestand ist durch die Jagd bis 1974 zu einem Bruchteil der Bestände der vorangegangenen Jahrhunderte geschrumpft. Aber auch in den letzten Jahrzehnten kam es immer wieder durch Epidemien zu großen Robbensterben, da die Tiere durch Schadstoffe (z.B. Schwermetalle, Insektizide) ein zum Teil stark geschwächtes Immunsystem aufweisen. Der Bestand hat sich wieder gut erholt, zumal auch die Schadstoffbelastung zurückgegangen ist. Die Schutzgemeinschaft deutsches Wild zeigt mit der Wahl das sich durch Engagement im Artenschutzbereich einiges erreichen lässt.

Der Seehund (Phoca vitulina) ist eine in allen nördlich-gemäßigten Meeren verbreitete Robbe aus der Familie der Hundsrobben. Seehunde sind kleine und schlanke Robben (Männchen etwa 170 cm, Weibchen 140 cm, Gewicht 150 beziehungsweise 100 kg) mit einem rundlichen Kopf. Die Färbung ist regional sehr variabel; in deutschen Küstengewässern sind Seehunde dunkelgrau gefärbt und haben unregelmäßig über den Körper verteilte schwarze Flecken. Der Seehund kommt auf der Nordhalbkugel im Atlantik und Pazifik vor. Er bevorzugt Küsten mit Trockenfallenden Sandbänken, auf denen er vor Feinden sicher ist. Man findet ihn aber auch an geschützten Felsküsten. Erstaunlicherweise können sie auch in Süß- und Salzwasser gut leben. In den USA sind sie einige hundert Kilometer vom Meer entfernt in Flüsse und Seen vorgedrungen und dort heimisch geworden. Die weltweite Gesamtpopulation der Seehunde wird auf 500.000 Individuen geschätzt. Von diesen leben 90.000 an europäischen Küsten. Während der Seehund an den Küsten der Nordsee allgegenwärtig ist, ist er in der Ostsee eine extreme Seltenheit; der Bestand in diesem Binnenmeer wird auf 250 Tiere geschätzt. Die Ostsee-Seehunde leben an den Küsten dänischer Inseln und des südlichen Schwedens.

Seehunde sind sehr gute Schwimmer, die bis zu 200 m tief und 30 Minuten lang tauchen können. Normalerweise tauchen sie aber nur drei Minuten am Stück. Erwachsene Seehunde fressen ausschließlich Fische (z.B. Heringe, Sardinen, Dorsch, Lachse, Stinte und Plattfische). Junge Seehunde ernähren sich größtenteils von anderen Meerestieren wie Krebstieren und Mollusken. Seehunde sind im Wasser Einzelgänger, auf Sandbänken kommen sie oft zu kleinen Gruppe zusammen. Zwischen den Männchen kommt es dort manchmal zu Auseinandersetzungen, weshalb sich die Tiere meist mit 1,5 Metern Abstand zum nächsten Artgenossen niederlassen. Die Paarung findet im Wasser statt. Mehrere Männchen sammeln sich dabei um ein Weibchen und versuchen, auf seinen Rücken zu gelangen. Anfangs wehrt sich das Weibchen mit Bissen und Fluchtversuchen gegen die Paarung. Eines der Männchen schafft es schließlich das Weibchen durch einen Biss in den Nacken ruhig zustellen. Seehundmännchen sind weder monogam noch bewachen sie nach Art mancher anderer Robben einen Harem. Nach einer Tragzeit von 11 Monaten wird ein Jungtier geboren, das etwa 10 kg schwer und 85 cm lang ist. Es wird ungefähr fünf Wochen gesäugt und dann allein gelassen.

Seehundweibchen können 30 bis 35 Jahre alt werden, Seehundmännchen werden durch die kraftraubenden Kämpfe mit den Artgenossen meist nur 25 Jahre alt.

Fotonachweis: Seehund, Wattwanderinfo

Links zum Seehund:

Schutzstation Wattenmeer; www.seehund.de; Seehundseite von Axel Horn; Marine Mammals

Deutsches Sattelschwein

Gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2006

Das deutsche Sattelschwein

Es gibt heute nur noch 200 Exemplare des deutschen Sattelschweins. Aus diesem Grund wurde die Art nach 1990 von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V., 2006 erneut zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ gewählt.

Das Deutsche Sattelschwein ist eine Rasse des Hausschweins. Das Tier ist eine Kreuzung aus Angler Sattelschwein und Schwäbisch-Hällischem Landschwein.

Der Name Sattelschwein stammt von der auffallend schwarz pigmentierten Haut mit weißer Zeichnung in der Brustlage, die einem Sattel ähnelt. Ein weiters Kennzeichen sind die Schlappohren. Die Sattelschweine eignen sich besonders für alle extensiven Haltungsformen wie z.B. Hütten- und Weidehaltung. Die Sau, welche etwa 300 kg wiegt, kann pro Jahr 22 Ferkel zur Welt bringen. Die Rasse gilt als robust, besitzt eine hohe Fleischqualität und stellt nur geringe Ansprüche an Futterqualität.

Die Rasse hatte nach dem zweiten Weltkrieg dank ihres vorzüglichen Fleisches vor allem in der sowjetischen Besatzungszone großen Zuspruch gefunden. Die Trendwende begann in den 50er Jahren mit zunehmendem Kundenwunsch nach magerem Fleisch und beginnender intensiver Schweinehaltung. Da das Fleisch nicht so mager ist wie bei anderen Schweinerassen ist das Tier bei Landwirten nicht mehr so beliebt. Heute ist diese Schweinerasse nur noch vereinzelt in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verbreitet. Das Bundesland Schleswig-Holstein zahlt eine Wurfprämie an die Züchter. Von allen Ländern werden für die Erhaltung alter Nutztierrassen Fördermittel an die Herdbuchzüchter gegeben, so auch für das Deutsche Sattelschwein. Das deutsche Sattelschwein fällt somit in die Kategorie extrem gefährdet.

Fotonachweis: Deutsches Sattelschwein, Sambraus

Links zum deutschen Sattelschwein:

NABU; Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH); Wikipedia