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Projekte der Ökostation

Projekt "Werkstatt im Turm"

Projektziel:  Mittagsbetreuung von 4 Schulklassen des Wentzinger Gymnasiums Freiburg
Zielgruppen:  5. und 6. Klassen des benachbarten Wentzinger Gymnasiums
Umsetzung:  Die Schulklassen werden nach dem Mittagessen abgeholt und mit einem umweltpädagogischen und spielerischen Angebot in der Mittagszeit betreut
Projektdauer:  Projektstart war am 10.2.2005, jährliche Verträge, aktuell bis 31.12.2010
Kooperationspartner:  Wentzinger Gymnasium Freiburg
Weitere Infos:  auf Anfrage an die Ökostation Freiburg.

Kurzübersicht zum Jugendbegleiter-Projekt "Werkstatt im Turm"

Natur erleben zwischen Matheunterricht und Deutsch

Der neue G 8 Zug am Wentzinger Gymnasium bescherte den Schülerinnen und Schülern der 5. Klassen ab Februar 2005 mehr Lernstoff und Unterrichtsstunden am Nachmittag. Zugleich wurde eine Mittagspause mit Freizeit geschaffen, die an der Schule verbracht werden sollte. Nach dem langen Sitzen am Vormittag brauchten die Schüler in den Freistunden Bewegung, Erholung und Entspannung, denn schließlich sollen sie am Nachmittag wieder fit für den Unterricht sein. Auf Anfrage seitens der Schule erarbeite die Ökostation ein Konzept für ein Betreuungsangebot zum Natur erleben für die Mittagsbetreuung der 5.Klässler. Mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurde das Angebot verändert und ausgeweitet. Seit dem werden vier 6. Klassen mit jeweils ca. 24 Schülerinnen und Schüler betreut. Die umweltpädagogischen Angebote wurden auf die Altersstufe der 6. Klässler angepasst. Die Betreuung findet im Rahmen des BUND Programms Jugendbegleiter für Natur und Umwelt statt.

Auf der Homepage des Wentzinger Gymnasiums finden sich weitere Informationen zur Mittagsbetreuung

Das Konzept der Mittagsbetreuung

Mittagsbetreuung Ökostation

In Kooperation mit dem Wentzinger-Gymnasium konzipierte die Ökostation für die Mittagszeit ein Betreuungsmodell, die so genannte „Werkstatt im Turm“, benannt nach dem Holzturm im Seepark. Der dortige Raum wurde dafür genutzt. Das Projekt bietet den Fünftklässlern verschiedene Aktivitäten: Draußen sein, Natur erleben, werken und gestalten, Spiele und Bewegung, aber auch Ausruhen und Zeit für Gespräche. Die Schüler sollten eigene Interessen einbringen, Raum und Zeit selber gestalten. Spielerisch konnten sie dabei Kompetenzen erwerben, ganz im Sinne der Bildung für Nachhaltigkeit.

Am 10. Februar 2005 startete das Projekt im verschneiten Seepark für die Klassen 5a und 5d. Nach jeweils 10 Betreuungsterminen kamen die Parallelklassen zum Zuge, die bis zum Schuljahresende blieben. Die Gruppen wurden immer im Tandem von je einer Umweltpädagogin der Ökostation und einer bzw. einem FÖJler/in (Freiwilliges Ökologisches Jahr) betreut. Die 6. Klassen wurden vom Herbst 2005 bis zum Februar 2006 betreut. Ab dem 2. Schulhalbjahr 2006 kamen dann die "neuen" 5. Klässler in die Mittagsbetreuung zur Ökostation.

Die Umsetzung des Projektes

Mittagsbetreuung Ökostation Mittagsbetreuung Ökostation

Mit Projektstart hieß es jeden Montag und Donnerstag nach der 5. Stunde: Jacke anziehen und Pausenbrot einpacken, dann ging es rüber in die Ökostation. Treffpunkt waren der Holzturm am Hügel hinter der Ökostation oder der Feuerplatz im Biogarten, ganz egal, ob es kalt war, regnerisch oder windig.

Ab dem 15.2.2006 wurde den Schülern in einem benachbarten Gemeindehaus des Bürgervereins Mooswald e.V. von der Schule ein warmes Mittagessen angeboten. Nach dem Essen werden die Schüler von der Ökostation betreut.

Ein Hauch von Freiheit und Abenteuer lag in der Luft, wenn das Feuer schließlich knackte und knisterte. Rings um das Lagerfeuer hatten alle Schülerinnen und Schüler auf den Holzbänken Platz. Die Betreuer der Ökostation hatten heißen Tee mitgebracht. Bratäpfel oder heiße Kartoffen konnten selbst gegart werden.

Partizipation der Schüler bei der Programmplanung

Mittagsbetreuung Ökostation

Jeder Schüler konnte die eigenen Wünsche einbringen und mitbestimmen, was gemacht wird. Mit Flipcharts und Moderationswänden, bunten Karten und dicken Farbstiften ging es gemeinsam an die Arbeit, Schwerpunktthemen für das Betreuungsprogramm zusammenzustellen.

Die Themenwünsche wurden gesammelt auf die Moderationswände gepinnt oder an die Flipchart geschrieben und anschliessend mit Punkten bewertet: Schatzsuche, Pfeil und Bogen bauen, Würstchen grillen, Fußball spielen, Pflanzen kennen lernen, Hütten bauen u.v.m. Jeder Schüler (und jeder Betreuer) hatte 2 Punkte zu vergeben. Dann ging es an die Auswertung.

„Das Gute an der Ökostation war, dass wir immer draußen waren und dass wir selbst entscheiden durften, was wir machen wollen“, lautet die Rückmeldung eines Schülers aus der 5b. „Man konnte auch immer zwischen mehreren Sachen wählen“.

"Die Ökostation ist ewig cool!“

Mittagsbetreuung Ökostation Mittagsbetreuung Ökostation

Aller Anfang ist schwer. Das „Öko“-Programm wurde zunächst eher kritisch beäugt. Dem Projektansatz, die Schüler nicht mit Lernprojekten überfrachten, sondern vor allem eine positive Atmosphäre schaffen, damit sie sich in der Ökostation wohl fühlten, wurde von den Schülern zunächst nicht ganz getraut. Dieses Ziel wurde dann in der Praxis aber schnell erreicht. Dadurch stieg die Ökostation in der Rangliste der Schüler auf und wurde als „cool“ wahrgenommen.

Gut gefielen den Schülern die abwechslungsreichen, interessanten Angebote. Die Klassen konnte sich einerseits als Gemeinschaft erleben, andererseits konnten die Kinder ihre individuellen Bedürfnisse äußern und - im Rahmen der Möglichkeiten - auch ausleben. Die beiden Betreuer versuchten auf Anregungen und Wünsche von Schülergruppen einzugehen. Beides scheint den Schülern wichtig zu sein, das kam im Feedback zum Ausdruck. Ein Schüler schrieb: „Es mussten nicht alle dasselbe machen“.

Die Themenvielfalt der Mittagsbetreuung

Mittagsbetreuung Ökostation Mittagsbetreuung Ökostation

Anfangs war der Turm der Treffpunkt, später vergrößerte sich der Aktionsradius bis zum Ufer des Flückiger Sees. Auch die umliegenden Grünflächen des ehemaligen Landesgartenschau-Geländes sowie der Sportplatz und natürlich der Biogarten der Ökostation wurden genutzt. Damit standen im allernächsten Schulumfeld sehr verschiedenartige Freiflächen zur Verfügung.

Um das Gelände zu erkunden und sich erst mal richtig auszulaufen, war die Schatzsuche im Seepark gerade richtig. Dabei waren auch Teamgeist und Kombinationsgabe gefragt.

An anderen Tagen wurde ein Weidenhaus gebaut, Wildbienen beobachtet, Kräuter gesammelt, Blumen eingepflanzt, Frösche verfolgt, Kränze geflochten, mit dem Solarkocher Kräutertee gekocht oder Würstchen gegrillt. Manche Kinder fanden toll, etwas Schönes herzustellen, z.B. ein Lavendel-Sträußchen oder einen mit Basilikum bepflanzten Blumentopf, den sie mit nach Hause nehmen konnten.

Ruhe und Besinnlichkeit

Mittagsbetreuung Ökostation Mittagsbetreuung Ökostation

Je nach Jahreszeit stehen immer attraktive Angebote zur Verfügung. Saisonnal unterschiedliche Früchte wurden geerntet und z.B. im Sommer mit der Solarkochkiste zu Marmelade gekocht. Im Herbst können mit selbstgeschnittenen Weidenruten Kränze geflochten werden, die dann mit verschiedenen getrockneten Pflanzenmaterialien verziert werden.

Auf Wunsch können Schüler sich auch in die Ökostation zurückziehen und gemeinsam als Kleingruppe auch mal Hausaufgaben vorbereiten. Die einzigartige Raumatmosphäre des Zentralraumes trägt seinen Teil zur entspannten Stimmung der Schüler beim Aufenthalt in der Ökostation bei.

Kicken oder Gärtnern?

Mittagsbetreuung Ökostation Mittagsbetreuung Ökostation Mittagsbetreuung Ökostation

König Fußball hat auch in der Mittags- Betreuung gepunktet - und nicht nur bei den Jungs. Unser ehemaliger FÖJler André, der in der Verbandsliga kickt, war ein kompetenter Trainer und tolles Vorbild. Die Bewegungsspiele wurden klassenspezifisch sehr unterschiedlich angenommen.

Jede Klasse hatte im Frühjahr die Möglichkeit ein eigenes Beet anzulegen. Dazu wurde der Boden bearbeitet und vorbereitet, Kartoffeln, Süßmais und andere Gemüse gepflanzt und im Laufe des Frühjahres gepflegt. Gemeinsam wurden die Früchte der Arbeit dann geerntet und die Kartoffen und der Mais im Feuer gegart.

"Was machen wir jetzt?"

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WWas machen wir jetzt?"

In der "Werkstatt im Turm" waren die Kinder mit sich selber konfrontiert. Wer geht mit wem zu welchem Angebot? Heute lieber Bewegungsspiele in der Großgruppe oder Pflanzenfarben selber herstellen? Einfach die Seele baumeln lassen und nach dem teilweise stressigen Vormittag abschalten?

In der Mittagsbetreuung ist einfach alles möglich. Im Biogarten gab es für jeden etwas: Spielflächen, Schlupfwinkel, Beete mit Färberpflanzen und Duftkräutern und einen Teich mit Fröschen. Und wer Spass daran hatte durfte auch in die Bäume klettern oder Holz für Bögen, Boote und andere Dinge zusägen.

Ein Mädchen aus einer 5. Klasse schrieb: „Die Ökostation war gut, weil man da immer was lernt.“ Und immer an der frischen Luft.

Konfliktbewältigung in der Pause

Mittagsbetreuung

Auftretende Konflike aus dem Schulalltag am Vormittag finden teilweise auch in der Mittagspause Raum. Gelegentlich wollen auch "wilde Kerle", die duch Herumtoben etwas abzubauen haben, die in Ruhe bastelnden Kinder stören, indem sie diese z B. nass sprizten oder erscrhrecken. Dem kann man abhelfen indem bestimmte Areale wie z.B. das Gartenhäuschen zur Ruhezone erklärt werden. Diese Ruhezonen müssen dann auch verbindlich geachtet werden.

Zur Konfliktbewältigung reicht in der Regel die Streitschlichterkompetenz der Schülerinnen und Schüler aus. In Ausnahmefällen sind jedoch auch die Teamer mit einem ernsthaften Gespräch mit allen Beteiligten gefordert, das dann möglichst mit einer ernstgemeinte Entschuldigung seitens der Schüler endet.

Auch für Mittagsbetreuung ist es wichtig klare Regeln aufzustellen und Bereiche zu deklarieren, in denen sich die Schüler je nach Bedarf "austoben", in Ruhe werken oder zurückziehen können.

Organisatorisches und Kommunikation

Mittagsbetreuung Ökostation

Die Schülerinnen und Schüler werden immer an der Schule bzw. nach dem Mittagessen an der externen "Kantine" dem Hüttinger Gemeindehaus abgeholt. Für jede Klasse wird täglich eine Anwesenheitsliste bei der Mittagsbetreuung geführt. Nach der Mittagsbetreuung gehen die Schüler selbständig zur Schule zurück. Die gesamte Mittagsbetreuung läuft als Schulveranstaltung und ist damit auch entsprechend versicherungsrechtlich abgesichert.

Die Projektleitung seitens der Ökostation hat regelmäßig Kontakt mit der für die Mittagsbetreuung verantwortlichen Lehrerin. Kurzfristige Terminverschiebungen oder Terminausfälle werden per E-Mail mitgeteilt. Die einzelnen Teamer stehen in Kontakt mit den Klassenlehrern der jeweils betreuten Schulklassen. Darüberhinaus gibt es einmal jährlich ein Treffen mit weiteren Partnern der Schule, die auch für die Mittagsbetreuung (in der Schule) zuständig sind.

Die 8 Teamer der Ökostation (4 x 2 Betreuerinnen und Betreuer) treffen sich in der Ökostation quartalsweise zum Austausch für die Konzept- und Jahresthemenplanung, zur Reflexion und um die Fortschreibung zu besprechen.

Jeweils zum Schuljahresende wird eine kleine Evaluation des Projektes durchgeführt und anschließend ausgewertet. Bisheriges Fazit: Das Projekt „Werkstatt im Turm“ ist ein attraktives Lernprojekt für alle beteiligten Partner. Von Eltern- Lehrer- und insbesondere von Schülerseite kamen positive Rückmeldungen. Für die Teamer ist besonders wichtig, dass sich durch das regelmäßige Angebot über das gesamte Schuljahr hinweg ein intensiver Kontakt zu den Schülern aufbauen konnte, der weit über das hinausgeht, was sich bei kurzzeitigen Umweltbildungsangeboten (z.B. Projekttagen) aufbaut.

Weitere Fotos

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